Die Lichter strahlen, die Weihnachtsmärkte laden ein zu fröhlichem Beisammensein –  und gleichzeitig fühlen sich viele Menschen gerade in der Weihnachtszeit einsam oder verzweifelt, wie in einem dunklen Loch.

Weihnachten ist für viele eine Zeit der inneren Konflikte und familiären Spannungen, in der auch psychische Krisen und Suizidgedanken zunehmen. Genau hier werden HSN-Ersthelfer:innen besonders gebraucht. Doch wie begegnest Du diesen Menschen mit Mitgefühl, ohne selbst unter ihren Sorgen zu zerbrechen?

Mitgefühl bedeutet, die Gefühle anderer anzuerkennen, ohne sich von ihnen mitreißen zu lassen. Es geht darum, eine Brücke zu bauen, aber nicht, selbst in den Fluss zu springen.

Dein Ziel ist es, ein stärkender Lichtblick zu sein – ein Leuchtturm im Sturm, kein weiteres Schiff, das sinkt.

Aber wie erreichst Du das in besonders schwierigen Gesprächen?

Dein Kompass für mitfühlendes Zuhören

Um mitfühlend zuzuhören, ohne mitzuleiden, kannst Du diese einfachen Schritte befolgen:

Präsentes Zuhören: Lege dein Handy weg und schenke der Person Deine volle Aufmerksamkeit. Sei einfach da.

Akzeptiere, was ist: Nimm die Gefühle des anderen an, ohne sie zu bewerten oder zu versuchen, sie zu „reparieren“. Du musst keine Lösungen finden.

Setze Grenzen: Erkenne, wann Du an Deine eigenen Grenzen kommst. Es ist in Ordnung, ein Gespräch zu beenden, wenn Konflikte Dich emotional überfordern und die Stimmung zu aggressiv ist.

Sage zum Beispiel: „Ich merke, das Thema geht mir sehr nahe. Ich möchte das erst einmal verarbeiten. Lass uns später weiterreden.“

Vertraue auf die Kraft des anderen: Gib der Person Raum, ihre eigenen Antworten zu finden. Dein Job ist es, zuzuhören, nicht zu führen. Die Lösung liegt in der Person selbst.

Ein Satz für achtsame Kommunikation:

„Ich bin für dich da, Du bist nicht allein.“

Dieser einfache Satz drückt beides aus: Dein Mitgefühl und die Würde des anderen. Er gibt Halt, ohne die Last der Verantwortung für die Gefühle des anderen zu übernehmen.

Ein Impuls für diese Woche:

Welcher Mensch in Deinem Umfeld braucht gerade ein offenes Ohr?

Übe, einfach nur zuzuhören, ohne zu werten, und schau, wie kraftvoll das sein kann.

Teile Deine Erfahrungen mit Unterstützung von Menschen in der Krise

Wie meisterst du solche Gesprächssituationen?

Teile Deine Geschichte mit uns. Sie kann anderen Mut machen.

Oder gab es nach Deinem HSN-Kurs einen Moment, in dem Du gespürt hast: Jetzt fühle ich mich sicherer im Umgang mit den Gefühlen von anderen und ich handle anders? Wir freuen uns über Deine Erfahrungen. 

Willst du lernen, wie du ein Gespräch so führst, dass es wirkt wie „die stabile Seitenlage für die Seele“ ?

Am 17. Dezember findet der nächste Ersthelfer:innen-Kurs online statt. Meld Dich gerne hier an und sichere dir einen der letzten Plätze!

Falls du zu spät dran bist: Der nächste Kurs findet am 21. Januar statt (Anmeldung hier).