Das HSN-Team – Psychische Erste Hilfe für alle

Über HSN – Erste Hilfe für die Seele

Wir arbeiten daran, dass psychische Erste Hilfe in Deutschland so selbstverständlich wird wie körperliche Erste Hilfe. Wissenschaftlich fundiert, niedrigschwellig und für alle zugänglich.

Unsere Vision

Menschen unterstützen einander – auch in psychischen Krisen. Nicht erst, wenn es zu spät ist. Nicht nur Expert:innen. Sondern alle, die hinschauen, ansprechen und Hilfe vermitteln wollen.

Jedes Jahr nehmen sich in Deutschland über 10.000 Menschen das Leben. Bis zu 70 % von ihnen werden vom professionellen Gesundheitswesen vorher nicht erreicht. Gleichzeitig erleben die meisten von uns psychische Krisen in ihrem direkten Umfeld – in der Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in der Schule.

„Helfen in Seelischer Not“ (HSN) setzt genau dort an: Wir bilden Menschen in psychischer Erster Hilfe aus – in einem zweistündigen Kurs, der keine Vorkenntnisse voraussetzt und überall stattfinden kann. Unser Ziel: ein Netz von Ersthelfer:innen, das die Lücke zwischen Krise und professioneller Hilfe schließt.

HSN in Zahlen

Stand: Ende 2025. HSN wächst – und die Wirkung ist messbar.

323
durchgeführte Kurse
3.200+
geschulte Ersthelfer:innen
44
ausgebildete Anleitende
1,6
Gesamtzufriedenheit
(Schulnote, 1 = sehr gut)

Nachgewiesene Wirkung

Die Evaluation zeigt: HSN-Kurse verbessern die Ersthelfer:innen-Kompetenz der Teilnehmenden deutlich – und der Effekt hält an.

2,3 → 1,7
Kompetenzsteigerung
Die selbsteingeschätzte Ersthelfenden-Kompetenz verbessert sich deutlich – von Ø 2,3 auf Ø 1,7 (Likert-Skala, 1 = stimme vollkommen zu, 5 = stimme überhaupt nicht zu).
Ø 1,9
Stabil nach 6 Monaten
Im Follow-Up bleibt der Lerneffekt weitgehend erhalten: Die Kompetenz geht nur minimal zurück (von 1,7 auf 1,9).
370
Follow-Up-Befragungen
Diese Ergebnisse basieren auf 370 Nachbefragungen – Teil der wissenschaftlichen Begleitforschung an der Uni Regensburg.

Wissenschaftlich fundiert

HSN wurde an der Universität Regensburg entwickelt und wird dort wissenschaftlich begleitet. Die erste Peer-Review-Publikation wurde 2025 in Frontiers in Public Health veröffentlicht – weitere Studien sind in Vorbereitung.

Peer-Reviewed

Erste wissenschaftliche Publikation (2025)

Frontiers in Public Health – Open Access

Die Studie beschreibt das HSN-Konzept, den Kursaufbau und erste Evaluationsergebnisse. Sie zeigt, dass ein zweistündiger niedrigschwelliger Kurs die Handlungskompetenz in psychischen Krisensituationen signifikant verbessern kann.

Publikation lesen (Open Access)
„Es kommt bei seelischer Ersthilfe vor allem darauf an, den akuten Leidensdruck zu reduzieren, indem man den Betroffenen das Gefühl gibt, gesehen zu werden und nicht allein zu sein. Auch bei seelischen Notlagen gilt: Ersthilfe kann jede:r leisten.“

Prof. Dr. med. Berthold Langguth, Chefarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, medbo Bezirksklinikum Regensburg – Vorstandsmitglied HSN

Die Begleitforschung wird am Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg durchgeführt. Bei Fragen zur Forschung wenden Sie sich an Marina Scheele (Universität Regensburg).

Wie alles begann

HSN entstand aus einer einfachen Beobachtung: Während körperliche Erste Hilfe in Deutschland flächendeckend geschult wird, gibt es für psychische Krisen kaum vergleichbare Angebote. Bestehende Programme sind oft lang, teuer und schwer zugänglich – besonders im ländlichen Raum.

An der Universität Regensburg, in Kooperation mit dem medbo Bezirksklinikum und dem Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit Josefstal, wurde deshalb ein neues Konzept entwickelt: Ein zweistündiger Kurs, der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Hilfeverhalten und Krisenintervention basiert und gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonal stetig weiterentwickelt wird.

Seit 2024 wächst HSN schnell: Von den ersten Kursen in Regensburg über die Ausbildung von mittlerweile 44 Anleitenden bis zur ersten kommunalen Initiative in Bad Abbach und der Zusammenarbeit mit Stiftungen in Nürnberg, Erlangen und Fürth. Die Idee trägt sich – weil sie einfach ist und weil sie wirkt.

Träger & Partner

HSN wird getragen von einem Netzwerk aus Wissenschaft, Bildung und Praxis:

Universität Regensburg

Lehrstuhl für Psychiatrie & Psychotherapie – wissenschaftliche Entwicklung, Evaluation und Begleitforschung.

medbo Bezirksklinikum Regensburg

Klinische Expertise und fachliche Begleitung durch das Team um Prof. Dr. Berthold Langguth.

Helfen in Seelischer Not e. V.

Der gemeinnützige Verein als organisatorisches und rechtliches Dach der Initiative.

Studienzentrum Josefstal

Bildungspartner – Fortbildungen, Anleiter:innen-Ausbildung und das Kursprogramm über jugendarbeit.de.

HSN wird u. a. gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.