Immer mehr Menschen erleben seelische Krisen im Alltag – in Familien, in Teams, in Vereinen oder in der Nachbarschaft. Doch viele wissen nicht, wie sie reagieren sollen, wenn ein Freund sich zurückzieht, eine Kollegin immer stiller wird oder ein Nachbar offen von Hoffnungslosigkeit spricht.

Genau hier setzt Helfen in seelischer Not (HSN) an. Unser Ziel ist es, psychische Erste Hilfe so selbstverständlich zu machen wie körperliche Erste Hilfe – und einen relevanten Teil der Bevölkerung zu befähigen, bei seelischen Krisen sicher zu unterstützen.

2025 sind wir auf diesem Weg wichtige Schritte gegangen.

Warum „Helfen in Seelischer Not“ uns alle betrifft

Psychische Krisen machen nicht an Berufsgruppen, Lebensphasen oder Rollen halt. Ob im Rathaus, im Pausenraum, im Verein oder im Freundeskreis – überall kann es Situationen geben, in denen Menschen Unterstützung brauchen.

Viele fragen sich dann:
Wie erkenne ich, dass jemand Hilfe braucht? Darf ich etwas sagen? Was, wenn ich etwas falsch mache?

In unseren HSN-Erste-Hilfe-Kursen lernen Teilnehmende in nur zwei Stunden, seelische Not früh wahrzunehmen, Gespräche anzustoßen und passende Unterstützung zu vermitteln. Vorwissen ist nicht nötig. Offenheit und Interesse reichen aus.

Psychische Erste Hilfe ist alltagsnah – und jede:r von uns kann sie lernen.

Was wir 2025 mit HSN erreicht haben – ein Jahr des Wachstums und der Weichenstellungen

2025 war für HSN ein Jahr gezielter Weiterentwicklung. Dabei ging es nicht nur um Wachstum, sondern um den Aufbau tragfähiger Strukturen für unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte.

Daher bieten wir bei HSN nicht nur Erste-Hilfe-Kurse an, sondern bilden gezielt Anleitende aus, die das Wissen in ihre Wirkträume weitertragen. So entsteht langfristige Reichweite jenseits einzelner Kurse.

Mehr HSN-Anleitende – mehr Reichweite

Die Kursanfragen steigen, und wir sind sehr froh, dass mittlerweile 42 aktive HSN-Anleitende psychische Erste Hilfe in vielen Regionen verbreiten. Derzeit befinden sich 64 weitere Personen in Ausbildung.

Eine der Alleinstellungsmerkmale von HSN ist die Niedrigschwelligkeit – nicht nur für unsere Erste-Hilfe-Kurse sondern auch für unsere Ausbildung als Kursleitung. prinzipiell jeder über 18 Jahre Anleiter:in werden. Es ist mehr eine individuelle Entscheidung, die von unserem Team gerne begleitet wird.

Immer dort, wo Menschen zusammenkommen, wird ein aufmerksames Miteinander zu einem wichtigen Faktor für das Wohlbefinden innerhalb der Gruppe. Je früher ich in der Lage bin, Krisen in meinem Umfeld zu erkennen, umso eher kann ich präventiv eingreifen und einen aktiven Beitrag leisten, dass die Person rechtzeitig Unterstützung bekommt.

Somit sollen überall in Deutschland Orte entstehen, an denen Menschen lernen, wie man Familie, Freunde und Kollegen in psychischer Not unterstützen kann – in Dörfern, Städten, Unternehmen, Kirchen und Vereinen.

Neue Zugänge: HSN wird ein Online-Format

Wir arbeiten ständig an der einfachen Zugänglichkeit unserer Kurse. 2025 haben wir erstmals öffentliche Online-Kurse gestartet. Dadurch können Menschen aus allen Ecken Deutschlands teilnehmen – von der Ostseeküste bis in die Alpen.

Nicht jeder hat die Zeit, Kapazität oder Kraft, an Kursen vor Ort teilzunehmen. Manche arbeiten in Schichtarbeit, Berufstätige haben wenig Zeit, Eltern sind gefordert. Psychische Erste Hilfe soll für alle erreichbar sein.

Kirchen als starke Multiplikationspartner

Ehrenamtliche Teilnehmende der HSN-Ausbildung für die evangelische Jugendarbeit.

Ein Meilenstein: Mit der Nordkirche haben wir unseren ersten großen Partner außerhalb Bayerns gewonnen und konnten so Ausbildungen in Ludwigslust und Hamburg anbieten und neue Anleitende für den gesamten norddeutschen Raum ausbilden.

Da HSN für uns auch für gelebte Nächstenliebe steht und unser exklusiver Bildungspartner das Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit ist , war es naheliegend, dass wir ein eigenes Format für Ehrenamtliche in der evangelischen Jugendarbeit entwickelt haben.

Neun Ehrenamtliche aus ganz Bayern wurden ausgebildet und können nun selbst HSN-Kurse in ihren Gemeinden und Dekanaten anbieten. Dadurch tragen sie aktiv dazu bei, unser Netzwerk für seelische Erste Hilfe weiter auszubauen.

Das Feedback der Teilnehmenden zeigt, wie wirkungsvoll der HSN-Ansatz ist:

„Dank der klaren Struktur und der praktischen Merkhilfen fühle ich mich jetzt deutlich kompetenter im Umgang mit seelischer Not.“ (Benno Dauer aus dem Dekanat Weilheim)

Mediale Sichtbarkeit für Helfen in Seelischer Not

Auch die verstärkte Pressearbeit unseres Teams hat sich in 2025 ausgezahlt und zu Beiträgen in Rundfunk und Print geführt. Die Berichterstattung reichte von kirchlichen Fachmedien über öffentlich-rechtliche Formate bis hin zu regionalen Tageszeitungen. Parallel haben wir unsere digitale Kommunikation, auch über Social Media, ausgebaut. Ergänzend trugen Fachvorträge und Podiumsdiskussionen – unter anderem anlässlich des Welttags der Suizidprävention (veranstaltet von Kulturbeutel e. V. in Kooperation mit AOK-Botschafter Sven Hannawald) sowie auf der Internationalen Kriseninterventionstagung in Innsbruck – zur weiteren öffentlichen Präsenz von HSN bei. Alle Medienbeiträge zu HSN finden Sie hier in unserem Pressebereich.

Kommunale Verankerung von HSN: Auftakt in Bad Abbach

Eine Mitarbeiterin von HSN stellt das Projekt den Bürgern von Bad Abbach vor, die im Plenum vor ihr sitzen.

Gemeinsam mit der Adolf und Erna Angrüner-Stiftung und der Gemeinde Bad Abbach haben wir im Januar 2026 unsere erste langfristig angelegte kommunale Initiative gestartet. Das mittelfristige Ziel ist: 10% der örtlichen Bevölkerung soll kostenlos in psychischer Erster Hilfe geschult werden. 

Bei einer öffentlichen Auftakt- und Informationsveranstaltung vor Ort kamen rund 65 Bürger:innen aus Vereinen, Schulen, Verwaltung, Kirche und Zivilgesellschaft zusammen, um HSN kennenzulernen, Bedarfe vor Ort zu diskutieren und sich als Ersthelfer:innen schulen zu lassen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Weitere Kommunen folgen: Auch Bürgerstiftungen in Nürnberg und Erlangen sowie die Manfred Roth-Stiftung in Fürth fördern kostenlose, öffentliche HSN-Kurse für die lokale Bevölkerung in 2026. Weitere derartige Kooperationen werden angestrebt. 

Psychische Erste Hilfe wirkt dort, wo Menschen sich begegnen.

Qualität, Wissenschaft und Wissenstransfer

HSN wird von unseren Team-Mitgliedern von der Uni Regensburg stetig wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt. 2025 erschien unser erster peer-reviewter Fachartikel. Für 2026 entsteht außerdem eine praxisnahe Vortragsreihe zu psychischen Krisen, die Fachwissen leicht verständlich macht – HSN-Anleitende für Lehrkräfte, Ehrenamtliche, Führungskräfte und alle Interessierten.

Das HSN-Team – kompetent, interdisziplinär, menschlich

Helfen in seelischer Not wird von einem zehnköpfigen interdisziplinären Team getragen: Medizin, Psychologie, Soziale Arbeit, Theologie, Bildung und Erfahrungswissen durch EX-IN-Genesungsbegleitung.

2025 ist unser Team weitergewachsen und zwei neue Kolleginnen kamen dazu:

Lena Erhard (Referentin für Kommunikation)

Christiane Kerbeck (Autorin und EX-IN-Genesungsbegleiterin)

Dadurch ist HSN noch sichtbarer und näher an den Menschen, die wir erreichen möchten. Mehr über unsere Mitarbeiter:innen erfährst Du hier.

Unsere HSN-Angebote im Überblick

Ein HSN-Anleiter steht vor Teilnehemden eines HSN-Erste-HIlfe-Kurses

HSN bietet verschiedene Formate an, die je nach Zielgruppe und Kontext flexibel eingesetzt werden können:

HSN Erste-Hilfe-Kurse

In unserem zweistündigen HSN-Kurs vermitteln wir niedrigschwellig und alltagsnah Handlungssicherheit im Umgang mit seelischen Krisen.

Wir bieten:

Wie kann ich an einem HSN-Kurs teilnehmen?

HSN-Kurse können über die HSN-Website gebucht werden oder direkt über eine:n zertifizierte:n HSN-Anleiter:in in der Region.

HSN Anleitenden-Ausbildung

Wir qualifizieren Anleitende, die HSN-Kurse eigenständig durchführen und das Programm vor Ort weiterzutragen.

Wir bieten:

Was Sie 2026 von HSN erwarten können

Wir bauen weiter aus und planen:

  • noch mehr kommunale Initiativen
  • neue Kooperationen mit Firmen und Organisationen
  • neue Online-Formate
  • eine Online-Vortragsreihe
  • Weiterentwicklung unserer Evaluation und Wirkungsmessung
  • weitere Anleitenden-Ausbildungen – auch für spezifische Zielgruppen

Immer unserem Motto folgend: Erste Hilfe für die Seele. Einfach. Für alle.

Wie Sie dabei sein können

Besuchen Sie einen HSN-Kurs online oder in Ihrer Nähe. Es gibt keinen? Werden Sie selbst aktiv. Sprechen Sie den:die Bürgermeister:in Ihrer Gemeinde an. Stellen Sie das Konzept Ihrer Pfarrei vor. Laden Sie uns in Ihre Organisation oder Kommune ein.

Werden Sie selbst Anleiter:in und unterstützen Sie die Personen in ihrer Umgebung dabei, sicherer im Umgang miteinander zu werden.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie neugierig sind.

Psychische Erste Hilfe ist für alle da. Gemeinsam können wir eine Kultur schaffen, in der wir früher hinschauen und einander besser unterstützen.