Am 8. Mai 2026 wurde Helfen in Seelischer Not (HSN) bei der feierlichen Preisverleihung in Lindau mit dem 3. Preis in der Kategorie „Herz & Haltung“ des 9. IBK-Preises für Gesundheitsförderung und Prävention 2026 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1.000 € dotiert. Aus 158 eingereichten Projekten aus dem gesamten Bodenseeraum hatten zuvor 25 Initiativen die Nominierung erreicht — HSN war eines von fünf bayerischen Projekten in der Endauswahl.

Eine internationale Auszeichnung für psychische Erste Hilfe

Der IBK-Preis ist die zentrale Auszeichnung der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) — einer gemeinsamen Plattform der Regierungen von zehn Ländern und Kantonen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Seit dem Jahr 2001 würdigt die IBK damit Projekte, die in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention besonders innovativ, nachhaltig und übertragbar sind — Best-Practice-Beispiele, die über Länder- und Kantonsgrenzen hinaus Impulse geben sollen.

Mit der Verleihung des 9. IBK-Preises an HSN ist psychische Erste Hilfe damit erstmals prominent in der Liste der ausgezeichneten Präventionsprojekte vertreten.

Warum die Kategorie „Herz & Haltung“ zu HSN passt

Die Kategorie, in der HSN ausgezeichnet wurde, trifft den Kern des Konzepts: HSN-Ersthelfer:innen brauchen genau das — Mitgefühl für Menschen in seelischer Not und eine klare innere Haltung, im richtigen Moment hinzusehen statt wegzuschauen.

Genau darum geht es im HSN-Modell: Hinschauen — Sprechen — Netzwerken. Drei einfache Handlungsschritte, die in einem kompakten 2-Stunden-Kurs vermittelt werden. Kein medizinisches Vorwissen erforderlich. Keine wochenlange Ausbildung. Sondern Sicherheit für genau die Momente, in denen jemand im eigenen Umfeld Unterstützung braucht. Mehr darüber, was psychische Erste Hilfe bedeutet.

Wofür HSN ausgezeichnet wurde

Die Jury würdigte mit der Auszeichnung mehrere Aspekte des HSN-Ansatzes:

  • Wissenschaftliche Fundierung: HSN wurde am Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg entwickelt und wird wissenschaftlich evaluiert. Das medbo Bezirksklinikum begleitet das Programm klinisch.
  • Niedrigschwelligkeit: Ein HSN-Kurs dauert zwei Stunden und kostet 19 € im ermäßigten Tarif. Damit wird psychische Erste Hilfe für deutlich mehr Menschen zugänglich.
  • Skalierbarkeit: In Bad Abbach läuft seit Januar 2026 Bayerns erste kommunale Initiative, die zehn Prozent der Bevölkerung als HSN-Ersthelfer:innen schulen will. Solche Ziele werden erst durch das kompakte Format überhaupt erreichbar.
  • Multiplikator:innen-Prinzip: Über die HSN-Anleiter:innen-Ausbildung tragen lokale Multiplikator:innen das Wissen in ihre eigenen Gemeinden, Schulen, Betriebe und Vereine.

Stimmen aus dem HSN-Team

Diese Auszeichnung bestätigt, was wir gemeinsam mit der Universität Regensburg, der medbo und vielen Partnern in den letzten Jahren aufgebaut haben — und sie ist gleichzeitig ein Auftrag. Wir wollen psychische Erste Hilfe wirklich für alle zugänglich machen: in jeder Gemeinde, jedem Verein, jeder Schule.

Roger Schmidt, Leiter Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit in Josefstal

Die meisten Teilnehmenden kommen mit der gleichen Frage in den Kurs: „Mache ich das Richtige, wenn jemand mir gegenüber nicht mehr weiter weiß?“ Nach zwei Stunden gehen sie mit einer klaren Antwort — und mit dem Mut, hinzuschauen. Dass die IBK genau diese Haltung würdigt, freut uns sehr.

Isabelle Rausch, Fortbildungsreferentin HSN

Was diese Auszeichnung für HSN bedeutet

Der IBK-Preis ist mehr als ein Pokal in der Vitrine: Er ist ein Signal an Kommunen, die Prävention strukturell verankern wollen. An Unternehmen, die betriebliche Gesundheitsförderung ernst nehmen. An Stiftungen und Förderer, die ihre Mittel dort einsetzen, wo Wirkung sichtbar ist.

Wichtiger als jede Urkunde bleibt aber, was am Anfang stand und am Ende zählt: die Menschen, die nach einem HSN-Kurs nicht mehr wegschauen, wenn jemand in seelischer Not ist.

Drei Wege, jetzt mitzumachen

Über die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK): Die IBK ist die gemeinsame Plattform der Regierungen von Baden-Württemberg, Bayern, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Fürstentum Liechtenstein und Vorarlberg. Den IBK-Preis für Gesundheitsförderung und Prävention schreibt sie seit 2001 aus. Weitere Informationen: www.ibk-gesundheit.org.