Einfach aufgeben?
Mit Suizidgedanken anderer Personen konfrontiert zu werden, ist ganz besonders herausfordernd und meist auch sehr belastend. So ist Ben wirklich sehr erschrocken, als Frau Huber davon spricht, vielleicht einfach lieber aufzugeben. Die Unsicherheit in einer solchen Situation ist besonders groß: Was darf ich sagen, was lieber nicht? Hier sind ein paar Vorschläge, wie man sich verhalten soll. Überlege, was davon richtig, was falsch sein könnte:
Gar nicht so einfach, da den richtigen Weg zu finden. Marina und Sandra erklären, warum es wichtig ist, die Suizidgedanken konkret anzusprechen und wann es sinnvoll ist, die Polizei einzuschalten:

Ob tatsächliche Ankündigung oder Hilferuf: Suizidgedanken sind unbedingt ernst zu nehmen. Es kann verschiedene Hinweise darauf geben, dass eine Person mit dem Gedanken spielt, sich das Leben zu nehmen:
- Äußerung über Suizid, Sterben und Aussprüche wie „Wäre ich doch nie geboren“ oder „Es wäre besser, ich wäre tot“
- gedankliches Kreisen um den Tod, Sterben oder Gewalt, z.B. sichtbar durch das Verfassen von Gedichten oder Geschichten über den Tod
- Gefühl von Hoffnungs- und Zukunftslosigkeit
- Gefühle „in der Falle zu stecken“, ohne Aussicht auf jedwede Besserung der scheinbar ausweglosen Situation
- Gefühl der Wertlosigkeit, der Schuld und der Scham, der Umwelt eine Last zu sein, für die man besser nicht mehr existieren sollte, z.B. „Ohne mich wärt ihr besser dran!“
- Selbsthass
- Ordnung persönlicher Angelegenheiten, Verfassung eines Testaments, Regelung familiärer Angelegenheiten und das Verschenken wertvoller Dinge
- unerwartete Verabschiedungen von Freunden und Familienmitgliedern, als gäbe es kein Wiedersehen
- Abkehr von Familie und Freund:innen, zunehmende soziale Isolation und steigendes Bedürfnis, alleingelassen zu werden
- selbstschädigendes Verhalten mit vermehrtem Alkohol- und Drogenkonsum, rücksichtsloses Autofahren, unnötige Risikobereitschaft
- Beschäftigung mit Suizidmitteln/ -methoden
In einem solchen Fall sollte ein Gespräch unbedingt in einer zugewandten und sicheren Atmosphäre stattfinden. Auch körperliche Nähe, etwa eine Umarmung oder Berührung, kann manchmal helfen und vermittelt: Ich bin für dich da, du bist mir wichtig. Frage aber unbedingt vorher nach, ob das in Ordnung ist.

Steht der Gedanke an Suizid im Raum, solltest du das unbedingt benennen! Biete deine Hilfe an, aber lass dich nicht darauf ein, wenn dein Gegenüber möchte, dass das Gesagte ein Geheimnis bleibt. Im Fall von Suizidalität ist fachliche Unterstützung unbedingt nötig – kommuniziere das.

Ihr könnt gemeinsam den Krisendienst (0800/6553000) hinzuziehen. Dort kannst du dch aber auch allein beraten lassen, wenn du mit den Suizidgedanken Anderer konfrontiert bist.
Ist Gefahr in Verzug, rufe die 110 oder 112 an.
Eine gute Anlaufstelle sind auch Hausärzt:innen oder die Notfallambulanz der psychiatrischen Klinik.
